Trauben-Holunder - Sambucus racemosa

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Trauben-Holunder
Art
Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)
Gattung: Holunder (Sambucus)
Art: Sambucus racemosa
Wissenschaftlicher Name
Sambucus racemosa
L.


Inhaltsverzeichnis

Synonyme

Roter Holunder, Berg-Holunder

Regional-Namen

Hirschholler

Beschreibung

Habitus

Der Trauben-Holunder präsentiert sich als sommergrüner, mittelgroßer, 1 bis 3 m hoher Strauch mit mehr oder weniger stark verästelten, bogenförmigen Zweigen. In breit, locker überhängender Form wirkt er wesentlich zierlicher und kleiner als der Schwarze Holunder. Mit seinem rot leuchtenden Fruchtschmuck bildet er einen attraktiven Farbtupfer im sommerlichen Bergwald.

Borke

Die Rinde des Stammes ist dunkelbraun. Die dicke Rinde der Zweige ist hellbraun bis grau und zeigt viele deutliche, ovale Korkporen mit hellbrauner Farbe.

Triebe

Die leicht kantigen Zweige sind kahl, graubraun und haben im Inneren zimtrotes Mark. Die Äste sind dunkelbraun. Die obersten Zweigteile trocknen gerne ab. Die Laubknospen sind schmal, zugespitzt und stehen ab, im Gegensatz zu den eiförmigen Blütenknospen. Diese stehen an den Zweigenden meist paarweise.

Blätter

Blatt des Trauben-Holunder

Die Laubblätter des Trauben-Holunders sind 10 bis 25 cm lang, gestielt und gegenständig angeordnet. Sie sind unpaarig gefiedert mit 1 bis 3 Paar Fiederblättchen, wobei das Endblättchen gleich groß ist. Meistens sind 5 eiförmig lanzettliche, lang zugespitzten Blattfiedern ausgebildet. Diese werden 5 bis 8 cm lang und etwa 3 cm breit, sind kurz gestielt und ihr Rand ist scharf grob gesägt. Ihre Farbe ist oben dunkelgrün, unten leicht bläulich grün schimmernd. Die Blätter sind im Austrieb rötlich und erscheinen gleichzeitig mit den Blüten.



Blüte

Die dichten Blütenstände des Trauben-Holunders zeigen sich als aufrechte Rispen mit eiförmiger bis länglich kegeliger Form. Diese grünlich gelben bis gelblich weißen Sträuße werden 5 bis 10 cm lang und 3 bis 6 cm breit. Sie erscheinen im Frühjahr von April bis Mai gleichzeitig mit dem Laub und duften angenehm. Die 5-zähligen Einzelblüten sind sehr klein. Der Durchmesser der radförmigen Blütenkrone ist 4 bis 5 mm. Die fünf Staubblätter stehen zwischen den Kronblättern hervor.

Frucht

Früchte des Trauben-Holunder

Der traubige Fruchtstand dieser Art zeigt sich mit leuchtend scharlachroten Beeren. Die dichtstehenden, kugeligen Steinfrüchte erreichen einen Durchmesser von 5 mm. Sie reifen von Ende Juni bis in den August hinein. Sie bleiben lange am Strauch hängen und sind beliebtes Winterfutter von Vögeln. Die rohen Früchte des Trauben-Holunders gelten als schwach giftig, wobei die Kerne tatsächlich giftige Substanzen enthalten. Früher wurde von den Bewohnern der Bergregionen das Vitamin C-haltige, reife Fruchtfleisch von den Kernen getrennt und zu Saft und Mus verarbeitet.

Der Artname racemosa verweist auf den traubigen Fruchtstand.

Kerne, Samen

Die Steine der Frucht sind schmal und gelbbraun. Die Samen sind giftig durch Samburginin (Blausäureglycosid).

Regionale Ausprägungen

Verbreitung in Europa

Diese Art ist in Mittel- und Südeuropa beheimatet. In Skandinaivien wurde sie "eingebürgert".

Verbreitung in NÖ

Von der Bergstufe bis in die obere Voralpenstufe ist der Trauben-Holunder zerstreut bis mäßig häufig vom Wechselgebiet bis zum Waldviertel vertreten, meidet aber den ausgesprochen pannonischen Raum.

Standort

Diese Holunderart ist im kühleren Bergland eher zu finden als in der Ebene. In Bergwäldern, Waldrändern, Schlagfluren und Hecken ist sie vorzugsweise auf lichten und halbschattigen Standorten mit frischen und nährstoffreichen, zumindest kalkarmen Lockerböden anzutreffen. Aber auch Schattenplätze und steinigen Boden verschmäht dieser unkomplizierte Strauch nicht.

Besonderheiten

Verwendung

Eignung

Weblinks

Botanik im Bild - Flora von Österreich

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