Steinweichsel - Prunus mahaleb
Aus Heckipedia
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Prunus mahaleb | ||||||||||||
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Inhaltsverzeichnis |
Synonyme
Parfümierkirsche, Türkische Weichsel, Badener Weichsel, Felsenkirsche
Cerasus mahaleb
Regional-Namen
Stoaweixl
Beschreibung
Habitus
Die Steinweichse ist ein sommergrüner, großer Strauch, oder kleiner Baum und wird meist bis 10 m hoch, selten deutlich höher. Im Freistand ist die Steinweichsel weit ausladend rundkronig und etwas sparrig. Die Zweige sind im Alter vielfach überhängend, bei einigen Sippen sogar deutlich trauerweidenartig.
Borke
In der Jugend ist die Borke dunkelgrau mit ausgeprägten weißlichgrauen Lentizellen, später wird sie längsrissig.
Triebe
Die Langtriebe haben eine schraubige Knospenstellung und sind bei den pannonischen Sippen fast kahl, bei atlantischen Herkünften dagegen dicht drüsenhaarig.
Blätter
Die breit-eiförmigen Blätter sind nur wenig länger als breit, manchmal sogar fast kreisförmig und mit einer kurzen ausgezogenen Spitze versehen. Die Blattbasis ist meist herzförmig, allerdings variiert dieses Merkmal auch bei den unterschiedlichen Herkünften. Die Blätter sind in der Knospenlage gefaltet und stark glänzend.
Blüte
Die kleinen weißen Blüten haben ca. 1,5 cm Durchmesser und sitzen zu 4-10 in kurzen aufrecht stehenden oder abstehenden Schirmtrauben. Sie erscheinen mit oder kurz vor dem Laubaustrieb, wodurch die blühende Pflanze immer einen grünlich-weißlich Gesamteindruck hinterläßt. Der Geruch ist angenehm parfümiert.
Frucht
Die kleinen, schwarzen Früchte sind eiförmig bis kugelig und wie der Steinkern kurz zugespitzt und haben eine Durchmesser von 7-10 mm. Das Fruchtfleisch ist intensiv schwarzrot gefärbt und unangenehm bitter.Kerne, Samen
Der Steinkern ist 6 -7 mm lang oberseits glatt und enthält einen bitter-aromatischen Samen, der in der ost-mediterranen Region als Gewürz Verwendung findet.
Regionale Ausprägungen
Wegen des kleinen Verbreitungsareals in Österreich gibt es auch keine unterschiedlichen regionalen Ausprägungen der Steinweichsel. Durch die Inkulturnahme für die Weichselrohrproduktion und durch den internationalen Pflanzenhandel sind neben der ursprünglich in Ostösterreich heimischen pannonischen Form auch fremde Herkünfte eingebracht worden. Bei Auspflanzungen auf Straßenböschungen, Autobahnen und in Grünanlagen sind häufig die zur Unterart P. m. mahaleb zu zählenden Formen zur Anwendung gekommen. Rein äußerlich unterscheiden sie sich von der standortheimischen Kleinart P. m. simonkaii kaum. Physiologisch "ticken" sie aber anders und sind z.B. als Veredelungsunterlage für anderes Steinobst geeignet, während die heimische Steinweichsel die aufgepfropften Edelreiser meist abwirft.
Verbreitung in Europa
Die Steinweichsel hat ein südeuropäisches Verbreitungsgebiet und kommt von der Atlantikküste bis in den Kaukasus vor. In den einzelnen Vorkommensarealen bildet sie dabei spezifischen Unterarten aus, die sich morphologisch nicht besonders stark unterscheiden. In Mitteldeutschland und Südmähren erreicht sie ihre nördliche Vorkommensgrenze. Außereuropäisch gibt es noch ein kleines Vorkommen in Nordafrika und im Vorderen Orient.
Verbreitung in NÖ
Das natürliche Vorkommen der Steinweichsel ist auf wenige Bereiche in Ost-Niederösterreich beschränkt. Dazu zählen die Thermenlinie, das Südliches Wiener Becken, sowie die Hainburger- und Leiser Berge. Durch die ehemalige und in Niederösterreich völlig erloschene Weichselrohrkultur sind auch punktuelle Vorkommen im Raum Limberg-Maissau, Stockerau und Bisamberg erhalten geblieben. Durch Auspflanzungen an trocken-warmen Sonderstandorten entlang von hochrangigen Straßen- und Bahntrassen ist die Art heute westwärts bis an die Enns verbreitet.
Standort
Die wärme- und lichtbedürftige Steinweichsel ist auf seichtkrumigen, mageren, leicht basischen Standorten anzutreffen. Sie trotzt extremer Trockenheit und liebt geradezu lichte Standorte auf Böschungen und Waldhängen in praller Sonne.
Namen
Wegen des großen Gesamtverbreitungsgebietes hat die Steinweichsel sehr viele Volksnamen und andersprachige Namen erhalten. Die Abwandlungen der vorderasiatischen Wortwurzel "mahaleb" sind in diesen Namen häufig.
Besonderheiten
Verwendung
Früher fand vor allem das wenig ertragreiche Holz wegen seines angenehmen Geruches und seiner Härte Verwendung im kunsthandwerklichen Bereich. Kleine Drechselarbeiten, Spazierstöcke, Pfeifenstiele und Zigarettenspitze wurden aus dem rötlichen Holz hergestellt. Auch als Veredelungsunterlage für Sauerkirschen hat die Steinweichsel eine gewisse Bedeutung.
Eignung
Die bitteren Früchte sind für den Menschen ungenießbar.
Weblinks
Botanik im Bild - Flora von Österreich
