Bibernell-Rose - Rosa pimpinellifolia

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Bibernell-Rose
Art
Systematik
Klasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Rosen (Rosa)
Art: Rosa pimpinellifolia
Wissenschaftlicher Name
Rosa pimpinellifolia
L.


Inhaltsverzeichnis

Synonyme

Bibernellblättrige Rose, Vielstachelige Rose

Rosa spinosissima

Regional-Namen

Beschreibung

Habitus

Bibernellrosen sind koloniebildende Zwergsträucher, das gilt sowohl für die Wildart, wie auch für die zahlreichen, von ihr abgeleiteten Zierformen. Mit einer Höhe von 0,5 bis 1 m gehört sie zu den kleinsten heimischen Wildrosen. Unter optimalen Wuchsbedingungen bildet sie dichte Bestände, die nur von wenigen anderen Ausläuferarten durchsetzt sind. Die Ausläufer dieser Rose sind lang und reich verzweigt, sodass einzelne Kolonien (jeweils aus einem einzigen Individuum bestehend) mehrere Quadratmeter groß werden können.

Triebe

Die aus den Ausläufern hervorgehenden aufrechten Stämmchen sind dunkelbraun und mit zahlreichen Nadelborsten und Nadelstacheln besetzt. An der Basis ist der Besatz an Stacheln besonders dicht. Von diesem Erscheinungsbild ist auch der frühere wissenschaftliche Name abgeleitet: Rosa spinosissima, die Stacheligste Rose.

Blätter

Blätter der Bibernell-Rose
Die Blätter sind als Fiederblätter mit 7 bis 9 Blättchen ausgebildet. Diese Blättchen sind auffallend kleiner, als bei allen anderen heimischen Wildrosen und haben eine breit-elliptische bis fast kreisrunde Form. Die Blattoberseite ist mattgrün und unbehaart, standortsabhängig auch leicht rötlich überlaufen. Charakteristisch sind der frühe Austrieb und der ebenfalls frühe Laubfall. Eine ausgeprägte Phase der Herbstverfärbung fehlt daher.

Blüte

Blüte der Bibernell-Rose
Die Blüten stehen stets einzeln auf einem bis 3 cm langen Blütenstiel, der mit Nadel- und Borstenstacheln besetzt ist. Die Kronblätter sind immer milchweiß und am Grund etwas gelblich. Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 3 bis 4,5 cm und duften schwach. Die Staubgefäße sind zuerst dottergelb und später braunschwarz und kontrastieren daher stark mit dem weißen Hintergrund der Kronblätter.

Die Kelchblätter sind deutlich kürzer als die Kronblätter und daher während der Blüte von oben nicht sichtbar. Mit zunehmender Reife neigen sie sich zusammen und sind zur Fruchtreife steil aufgerichtet. Im Gegensatz zu vielen anderen heimischen Wildrosen verbleiben die Kelchblätter bis zur Fruchtreife auf der Hagebutte.

Die Blütezeit liegt im Mai und Juni und meist deutlich vor der Hundsrosenblüte (ca. 2 Wochen).

Frucht

Früchte der Bibernell-Rose
Die Hagebutte der Bibernell-Rose ist kugelig und verhältnismäßig klein mit einem Durchmesser von 0,5 bis 1,5 cm. Die Kelchblätter sind in der Fruchtreife trichterförmig nach vorne gerichtet. In der Vollreife ist die Hagebutte schwarzbraun bis schwarzviolett. Die Art zählt zu den frühfruchtenden Wildrosen und erreicht die Hagebuttenreife in Niederösterreich meist schon im August.

Kerne, Samen

Regionale Ausprägungen

  • Pannonische Bibernell-Rose

Die im internationalen Baumschulhandel geführte R. pimpinellifolia stammt ursprünglich aus dem westeuropäischen Verbreitungsgebiet, da diese Form bereits früh für ingenieurbiologische Methoden als sogenannte Dünenrose eingesetzt wurde (Rosa pimpinellifolia var. dunales).

Verbreitung in Europa

Die Art ist gesamteuropäisch verbreitet, allerdings gibt es einige großräumige Verbreitungslücken. Ein Vorkommensschwerpunkt ist der Küstenbereich Westeuropas, wo sie bis Norwegen und Südschweden verbreitet ist. Im kontinentalen Europa ist die nördliche Arealgrenze dagegen bereits in Mitteleuropa erreicht. In Südeuropa und Südosteuropa ist ihr Vorkommen meist auf die kühleren Bergregionen beschränkt.

Verbreitung in NÖ

Collin bis montan / Die Bibernell-Rose kommt am Westrand des pannonischen Gebietes zerstreut vor, sonst ist sie selten. Am häufigsten ist sie noch in der collinen Höhenstufe. Im Alpenraum und im nördlichen Alpenvorland (submontane und montane Höhenstufe) ist die Art gefährdet, sie kommt dort nur noch punktuell vor.

Standort

Die Bibernellrose kommt vorwiegend auf sommerwarmen, trockenen und basenreichen Böden vor. In Niederösterreich sind das meist kalkreiche flachgründige Standorte, Lehmböden oder Löß-Rohböden. Die Art findet sich in lichten Trockenwäldern, verbuschenden Mager- und Trockenrasen sowie entlang von Gebüschen und Waldsäumen. Sie verschwindet, sobald die Begleitvegetation deutlich höher und zu dicht wird. Durch ihre starke Ausläuferbildung verträgt sie auch leichte Beweidung und sogar die gelegentliche Mahd.

Besonderheiten

Die Bibernellrose kreuzt sich leicht mit vielen anderen Wildrosen, lediglich ihre zeitige Blüte hindert sie daran ein wenig. Es sind zahlreiche spontane Hybriden bekannt, die vor allem an der abweichenden Bestachelung erkannt werden können. Die Bastardierungsfreude der Art ist auch züchterisch genutzt worden und zahlreiche Zierrosen gehen auf die Bibernellrose zurück. Bereits vor 300 Jahren waren in den herrschaftlichen Gärten gefülltblühende Formen anzutreffen (Rosier Pimprenelle blanc à fleurs doubles) oder rosa blühende Bibernellrosen-Abkömmlinge (Rosa Ventenatiana).

Verwendung

Die Hagebutten der Bibernell-Rose sind zwar prizipiell essbar, wegen der geringen Fruchtgröße und der geringen Wandstärke des Fruchtbechers scheidet die praktische Verwendung aber aus.

Eignung

Diese Rose eignet sich wegen ihrer geringen Wuchshöhe als Rabattenpflanze, zur Bepflanzung von Trögen und als sonnseitige Saumpflanze vor höheren Sträuchern. Wegen ihres oberflächennahen und dichten Ausläufersystems ist die Bibernellrose auch eine gute ingenieurbiologische Pflanze zur Festigung des Oberbodens von trockenwarmen Böschungen und zum Festigen von skelettreichen Böden und Rohböden ("Dünenrose").

Weblinks

Botanik im Bild - Flora von Österreich

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